Eine Mietkaution kann beim Umzug eine große Belastung sein. Als Alternative zur Barkaution gibt es Angebote, die oft als „kautionsfrei“ oder als Kautionsversicherung bezeichnet werden. Hier lesen Sie, wie das Modell funktioniert und worauf Sie achten sollten. Wir empfehlen keinen bestimmten Anbieter.
Was bedeutet „kautionsfrei“?
„Kautionsfrei“ heißt nicht, dass es keine Sicherheit gibt. Statt Geld zu hinterlegen, legen Sie dem Vermieter die Bürgschaft eines Anbieters vor. Mit einer Bürgschaft verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger, für die Verbindlichkeit eines Dritten einzustehen (§ 765 BGB). Gläubiger ist hier der Vermieter, und um Ihre Pflichten als Mieter geht es.
Was bedeutet das für Mieter?
Die Bürgschaft ersetzt die Einmalzahlung, nicht Ihre Verantwortung. Zahlt der Bürge an den Vermieter, geht dessen Forderung gegen Sie auf den Bürgen über (§ 774 BGB). Der Anbieter kann das Geld also von Ihnen zurückfordern.
Auch die Grenzen aus § 551 BGB sollten Sie kennen: Die Sicherheit darf höchstens das Dreifache der Monatsmiete betragen, ohne als Pauschale oder Vorauszahlung ausgewiesene Betriebskosten. Mehr dazu steht in unserem Artikel zur Mietkaution.
Worauf Sie achten sollten
- Akzeptiert Ihr Vermieter eine Bürgschaft statt einer Barkaution? Klären Sie das vor dem Abschluss.
- Welche Kosten fallen an, einmalig und laufend, und wie lange? Werden sie erstattet?
- Wie endet der Vertrag, und was passiert mit der Bürgschaft nach dem Auszug?
- Wie läuft es ab, wenn der Vermieter Forderungen stellt, und können Sie widersprechen?
- Was kostet die Bürgschaft im Vergleich zu einer Barkaution, deren Erträge Ihnen zustehen?
Alternative: Kaution in Raten
Wenn vor allem die Einmalzahlung das Problem ist: Eine Geldkaution dürfen Sie in drei gleichen monatlichen Raten zahlen (§ 551 Abs. 2 BGB). Wann welche Rate fällig wird, zeigt unser Mietkaution-Rechner.
Dieser Artikel ersetzt keine Beratung. Bei Fragen zu Ihrem Fall hilft ein Mieterverein.