Die Wohnungssuche kann schnell zu einer echten Herausforderung werden. Ein Makler kann hier helfen. Aber welche Kosten entstehen dabei? Wer muss eigentlich für den Makler bezahlen? Und lohnt sich dieser Service überhaupt? Dieser Artikel gibt dir einen Überblick über die Maklerkosten bei der Wohnungssuche.
1. Das Bestellerprinzip: Wer zahlt den Makler?
Bei Mietwohnungen gilt das sogenannte Bestellerprinzip. Es steht im Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung (WoVermRG).
Was bedeutet das Bestellerprinzip?
Vereinfacht gesagt: Wer den Makler bestellt, muss auch bezahlen. Das bedeutet:
- Beauftragt der Vermieter den Makler, darf der Makler von dir kein Entgelt fordern (§ 2 Abs. 1a WoVermRG)
- Vom Wohnungssuchenden darf der Makler nur dann ein Entgelt fordern, wenn er den Auftrag des Vermieters ausschließlich wegen des Vermittlungsvertrags mit dem Wohnungssuchenden einholt (§ 2 Abs. 1a WoVermRG)
Beauftragt ein Vermieter einen Makler, um passende Mieter zu finden, musst du als Mieter also keine Provision zahlen, auch wenn du die Wohnung über den Makler findest.
Wichtig für Mieter
Inseriert ein Makler eine Wohnung im Auftrag des Vermieters und du meldest dich darauf, darf er von dir keine Provision verlangen. Wer als Wohnungsvermittler dagegen verstößt, handelt ordnungswidrig (§ 8 WoVermRG). Bereits gezahlte Beträge, die ihm nicht zustehen, kannst du zurückfordern (§ 5 WoVermRG).
💡 Gut zu wissen: Eine Vereinbarung, mit der du ein Entgelt übernehmen sollst, das eigentlich der Vermieter oder ein Dritter schuldet, ist unwirksam (§ 2 Abs. 5 WoVermRG).
Unterschied bei Kaufimmobilien
Anders sieht es beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch Verbraucher aus (§§ 656a bis 656d BGB):
- Der Maklervertrag braucht die Textform (§ 656a BGB)
- Lässt sich der Makler von beiden Seiten einen Maklerlohn versprechen, müssen sich beide in gleicher Höhe verpflichten (§ 656c BGB)
- Hat nur eine Seite den Makler beauftragt, kann die andere Seite nur dann zur Zahlung verpflichtet werden, wenn die beauftragende Seite mindestens in gleicher Höhe zahlungspflichtig bleibt (§ 656d BGB)
2. Maklerkosten bei Mietwohnungen im Detail
Bei Mietwohnungen sind die Kosten für einen Makler klar begrenzt, wenn du als Mieter den Auftrag erteilst.
Standardkosten für Mieter
Wenn du selbst einen Makler beauftragst, darf er von dir höchstens zwei Monatsmieten zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer verlangen (§ 3 Abs. 2 WoVermRG). Nebenkosten, über die gesondert abgerechnet wird, zählen dabei nicht zur Monatsmiete.
Bei 1.000 € Monatsmiete ohne gesondert abgerechnete Nebenkosten sind das höchstens 2.000 € zuzüglich Umsatzsteuer.
Das Entgelt fällt nur an, wenn durch die Vermittlung oder den Nachweis des Maklers tatsächlich ein Mietvertrag zustande kommt. Der Vermittlungsvertrag braucht die Textform (§ 2 Abs. 1 WoVermRG).
3. Maklerkosten beim Immobilienkauf
Beim Kauf ergibt sich die Provision aus dem Maklervertrag. Prüfe vor der Unterschrift, wie hoch sie ist und wer welchen Anteil trägt. Die gesetzlichen Grundregeln stehen oben unter Unterschied bei Kaufimmobilien.
4. Praktische Tools von Besichtigungstermin.de
Die Webseite Besichtigungstermin.de bietet hilfreiche Tools und Ressourcen für die Wohnungssuche, auch wenn Sie mit einem Makler zusammenarbeiten.
E-Mail-Vorlagen für die Kontaktaufnahme
Besichtigungstermin.de stellt nützliche E-Mail-Vorlagen bereit, um professionell und effektiv mit Maklern zu kommunizieren. Hier ein Beispiel:
Betreff: Anfrage zur Besichtigung Ihrer Immobilie auf [Immobilienwebsite]
Sehr geehrte(r) [Name],
Mein Name ist [Ihr Name] und ich bin sehr an der [Art der Immobilie] in [Ort], die Sie auf [Immobilienwebsite] inseriert haben, interessiert. Ich würde gerne einen Besichtigungstermin mit Ihnen vereinbaren.
Bitte lassen Sie mich wissen, wann es Ihnen am besten passen würde. Ich bin flexibel und kann mich an Ihren Zeitplan anpassen.
Mit freundlichen Grüßen, [Ihr Name]
Checkliste zur Auswahl eines guten Maklers
Diese 16 Punkte helfen Ihnen, den richtigen Makler zu finden:
- Empfehlungen einholen
- Online-Recherche durchführen
- Qualifikationen überprüfen
- Mitgliedschaft in Berufsverbänden kontrollieren
- Erfahrung und Expertise hinterfragen
- Referenzen anfordern
- Lokale Marktkenntnisse testen
- Kommunikation und Erreichbarkeit bewerten
- Marketingstrategie verstehen
- Provisionsstruktur klären
- Vertragliche Vereinbarungen prüfen
- Persönliche Chemie testen
- Kundenbewertungen einsehen
- Datenschutz und Ethik sicherstellen
- Flexibilität und Verfügbarkeit checken
- Mehrere Makler vergleichen
5. Vorteile und Nachteile eines Maklers bei der Wohnungssuche
Hier ein Überblick über die Vor- und Nachteile.
Vorteile eines Maklers
🕒 Zeitersparnis: Ein guter Makler übernimmt die zeitaufwändige Suche und Vorauswahl für dich.
🔍 Marktkenntnisse: Ein Makler kann den lokalen Markt gut kennen.
📋 Professionelle Abwicklung: Von der Besichtigung bis zum Vertragsabschluss – ein Makler kümmert sich um den gesamten Prozess.
Nachteile eines Maklers
💰 Kosten: Der offensichtlichste Nachteil sind die zusätzlichen Kosten.
⚠️ Qualitätsunterschiede: Die Qualität von Maklern kann sich deutlich unterscheiden.
🔒 Mögliche Interessenskonflikte: Frage nach, für wen der Makler tätig ist und wessen Interessen er vertritt.
6. Den richtigen Makler finden
Wenn du dich für einen Makler entscheidest, ist die Auswahl entscheidend. So findest du den passenden Experten:
Qualifikationen beachten
Achte auf diese Merkmale eines guten Maklers:
- Berufserfahrung: Wie lange ist der Makler schon tätig?
- Lokale Expertise: Kennt sich der Makler in der gewünschten Gegend gut aus?
- Mitgliedschaften: Ist der Makler Mitglied in einem Berufsverband?
Wichtige Fragen für das Erstgespräch
- "Wie viele Wohnungen haben Sie im letzten Jahr erfolgreich vermittelt?"
- "Können Sie Referenzen von zufriedenen Kunden nennen?"
- "Wie gehen Sie bei der Wohnungssuche konkret vor?"
- "Welche Leistungen sind in Ihrer Provision enthalten?"
Der Maklervertrag
Achte bei einem Maklervertrag auf folgende Punkte:
✅ Klare Leistungsbeschreibung: Was genau macht der Makler für dich?
✅ Provisionshöhe: Bei Mietwohnungen muss das Entgelt als Bruchteil oder Vielfaches der Monatsmiete angegeben sein (§ 3 Abs. 1 WoVermRG).
✅ Vertragslaufzeit: Wie lange bist du an den Makler gebunden?
❌ Vorsicht bei Alleinaufträgen: Prüfe, ob du dich verpflichtest, nur mit diesem einen Makler zusammenzuarbeiten.
7. Was ein Makler nicht berechnen darf
Bei der Vermittlung von Mietwohnungen gilt:
- Neben dem Entgelt sind keine weiteren Vergütungen erlaubt, etwa Einschreib- oder Schreibgebühren (§ 3 Abs. 3 WoVermRG)
- Auslagen dürfen nur erstattet werden, soweit die nachgewiesenen Auslagen eine Monatsmiete übersteigen. Außerdem kann vereinbart werden, dass nachweisbare Auslagen zu erstatten sind, wenn kein Mietvertrag zustande kommt (§ 3 Abs. 3 WoVermRG)
- Vorschüsse darf der Makler weder fordern noch vereinbaren oder annehmen (§ 2 Abs. 4 WoVermRG)
- Bei öffentlich geförderten oder sonst preisgebundenen Wohnungen hat er gegenüber Wohnungssuchenden keinen Anspruch (§ 2 Abs. 3 WoVermRG)
- Kein Anspruch besteht auch, wenn ein Mietverhältnis über dieselben Räume nur fortgesetzt, verlängert oder erneuert wird oder der Makler selbst Eigentümer, Verwalter, Mieter oder Vermieter der Räume ist (§ 2 Abs. 2 WoVermRG)
Bei Streit oder Unsicherheit kann dich ein Mieterverein beraten.
8. Wann lohnt sich ein Makler?
Die Entscheidung für oder gegen einen Makler hängt von deiner individuellen Situation ab:
Ein Makler lohnt sich besonders, wenn:
- Du wenig Zeit für die Wohnungssuche hast
- Du dich in der Gegend nicht auskennst
- Der Wohnungsmarkt vor Ort sehr angespannt ist
- Du sehr spezifische Wohnwünsche hast
- Du dir die zusätzlichen Kosten leisten kannst
Du solltest lieber selbst suchen, wenn:
- Du ein knappes Budget hast
- Du genug Zeit für die Suche aufbringen kannst
- Du dich in der Region bereits gut auskennst
- Deine Wohnwünsche nicht besonders speziell sind
Checkliste für deine Entscheidung
Hast du wenig Zeit für die Wohnungssuche? Kennst du dich in der Gegend nicht gut aus? Ist der Wohnungsmarkt vor Ort besonders angespannt? Hast du sehr spezifische Wohnwünsche?
Kannst du dir die zusätzlichen Kosten leisten?
Je mehr dieser Fragen du mit "Ja" beantwortest, desto eher könnte sich ein Makler für dich lohnen.
Ein guter Makler kann dir Arbeit abnehmen. Die Kosten solltest du jedoch im Blick behalten und vorher genau klären, was in der Provision enthalten ist. Mit dem Wissen aus diesem Artikel kannst du eine fundierte Entscheidung treffen, ob sich ein Makler für deine Wohnungssuche lohnt.